Das Erdbeben von L’Aquila – drei Jahre später.

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Wieder schwankt die Erde in Italien. Am Dienstag erschütterte ein schweres Erdbeben die Region Emilia Romagna, mindestens 15 Menschen kamen dabei um. „Der Staat wird alles tun, um die Schäden zu reparieren“, sagt Italiens Regierungschef Mario Monti. Das ist schwer zu glauben. Diese Versprechen hat man schon einmal gehört.
Hier ein paar Eindrücke aus der Stadt L’Aquila, die am 6. April 2009 schwer beschädigt wurde, über 300 Menschen starben, 1600 wurden verletzt, 65 000 wurden obdachlos. Ich war am 18. April 2012 zufällig in der Gegend und habe ein paar Fotos mitgebracht. Das Zentrum ist drei Jahre nach der Katastrophe noch großenteils menschenleer – bis auf die Armee, welche die verbarrikadierten Häuserzeilen vor Plünderern schützt. Seit über drei Jahren. Kritiker behaupten, dass Hilfsgelder umgeleitet worden sind.
Auch damals wurde staatliche Aufbauhilfe versprochen: Premier Silvio Berlusconi besuchte den zerstörten Ort rund 30 Mal. Man kann nur hoffen, dass die Hilfe diesmal besser funktioniert.

Zuckerhut mit Helm

 

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Ein Vogel segelt lautlos unter uns am Abgrund vorbei, tief drunten dampft der Wald. Ein erfrischender Nieselschauer kühlt unsere Haut, der feuchte Fels ist steil und wunderbar griffig. Und in der Ferne leuchtet die weiten Sandbögen von Copacabana und Ipanema herüber. So ähnlich könnte sich das Paradies anfühlen. Über 100 Kletterrouten führen auf den Gipfel des Zuckerhuts. Wir haben uns für den Klassiker entschieden, die Via dos Italianos, die Italienerroute, eine der grandiosesten Routen weltweit, die es im unteren sechsten Schwierigkeitsgrad gibt. Die „Reibungskletterei“ braucht keine Krafthangelei an Überhängen, sondern Balance und trittsichere Füße. Die Anreise machten wir mit Bahn und Bus, dann weiter steil durch den Dschungel, über uns stiebt eine Affenhorde durchs Blätterdach. Jäh erhebt sich vor uns die fast senkrechte Granitwand. Wir binden uns ins Seil ein, schultern die Rucksäcke und heben ab. Schnurgerade geht es zwei Seillängen etwa sechzig Meter weit emport, in seiner klaren Linienführung ein Meisterwerk des italienischen Designs. Die Route wurde in den Siebzigern angelegt und mit bombenfesten Bohrhaken abgesichert, in die wir das Seil mit Karabinern einhängen. Hoch über uns schweben die Seilbahnen auf und ab, Touristen richten ihre Teleobjektive auf uns, winzig wie zwei Ameisen, die sich auf einen Laternenpfahl verirrt haben. Mitten an der steilsten Stelle der Wand lassen wir uns an den Sitzgurten baumeln, drehen uns um und saugen den Blick ein, auf die Strände, den Wald unter uns, die Wolken darüber. Nach fünf, sechs Seillängen liegen immer mehr Bananenschalen und Coladosen herum, das Indiz, dass wir fast oben sind. Die Zivilisation hat uns wieder. Als wir ein Seilbahnticket kaufen wollen, lacht die Kassiererin nur und winkt uns durch. Sie sieht uns anscheinend als Zirkusartisten zur Belustigung der Touristen, unbezahlte Außendienstmitarbeiter am Mythos Zuckerhut.

Weitere Infos:

Weg zum Einstieg: Mit dem Autobus bis zur Endhaltestelle „Instituto Militar de Engenharia“. Dann weiter über den Fußpfad.

Rio hat mehrere Kletterclubs mit netten Mitgliedern. Dort fand unser Autor seinen Kletterpartner Pedro. Diverse kommerzielle Unternehmen bieten ebenfalls Touren an und verkaufen Topografische Kletterführer. Hier ein Beispiel:

http://www.companhiadaescalada.com.br/

info@companhiadaescalada.com.br

„Nachdrucke“ (oder wie man das digital nennt) in anderen Medien

“Mekkas der Moderne” versteht sich als Diskussionsforum in elektronischer und analoger Form: Buch, Zeitschriftenbeitrag, Blog, Videobeitrag, Videointerview sind alles Spielformen einer Diskussion, die sich seit 2007 abspielt. Internet, Zeitschriften und Buch ergänzen sich dabei. Das Buch bietet dabei ganz eigene Vorteile. Es ist aufwändig gestaltet, mit Karten, Fotos, Querverweisen, alternativen Lesepfaden – und natürlich 76 Kapiteln. Außerdem eignet es sich zum Verschenken (und zum berühmten “Lesen in der Badewanne”). Im Internet, Zeitungen und Zeitschriften (“Der Freitag”, “Damals”, “Telepolis”, “Satt.org”, “Courrier International”, “Legal Tribune”, “Spiegel Online”, “Zeit Online”, “Scinexx”, “Science Garden”, “Das Schema” u. a.) präsentieren wir ausgewählte Kapitel. All diese Publikationsformen sind eigentlich zweitrangig. Im Zentrum steht die Frage: Was wären Ihre persönlichen Mekkas der Moderne? Und gibt es sie überhaupt?

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Abdrucke einzelner Kapitel in folgenden Publikationen:

 

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Abdrucke einzelner Kapitel in folgenden Publikationen:


Cape Canaveral, FloridaDas Kap der hohen Hoffnung (Peter Glaser)

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Das Goethehaus in WeimarOdyssee am Frauenplan (Harald Lesch, Hilmar Schmundt)

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Der Nuvvuagittuq-Grünsteingürte, QuébecFundament der Tiefenzeit(Jürgen Schönstein)

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GalápagosLabor der Evolution (Irenäus Eibl-Eibesfeldt)

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Solferino und CastiglioneDie Geburt des humanitären Völkerrechts(Ulrich Ladurner)

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Malo Sa’oloto Tuto’atasi o Samoa: Der Traum vom glücklichen Wilden (Peter Sandmeyer)

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Freuds CouchLiege der Lust (Lydia Marinelli)

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10 Bologna: Völlerei und Phantasie (Rainer Maria Kiesow)

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12 British Museum, LondonTempel der Aufklärung (Hilmar Schmundt)

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14 Die Bibliothek von AlexandriaWissen als politische Macht (Bernd Musa)

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16 AntarktisFlucht ins Eis (Gerald Traufetter)

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18 Schanghai: Der Wirtschaftswunderwahnsinn (Jakob Strobel y Serra)

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21 Rift Valley, Kenia:     Die Wiege der Menschheit (Julia Fischer)

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22 United Nations University, Tokio:     Gelehrtenrepublik und neues Atlantis (Hilmar Schmundt)

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28 Wittenberg:     Wiege und Themenpark der protestantischen Ethik

(Michael Rutschky)

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29 Die Apple-Garage:     Die Legenden des Rocky Raccoon Clark (Steve Wozniak)

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36.          F-67075 Strasbourg:     Das jüngste Gericht (Uwe Wesel)

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31 Baikonur, Kasachstan:     Himmelfahrt in der Steppe (Hilmar Schmundt)

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35 Ibn Battuta Mall, Dubai:     Schaufenster einer anderen Aufklärung(Hilmar Schmundt)

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37 Plettenberg:     Der Ort als Gesetz (Dirk van Laak)

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39 Oberwolfach:     Der Welt entrückt im Paradies der Mathematiker

(Christian Fleischhack)

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Plus ein Nachdruck aus Telepolis in Courrier International (Paris)

42 Nature, Crinon Street 4, London:     Plaudern, Rauchen, Picheln

(Hilmar Schmundt)

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46 Stevns Klint, Dänemark:     Der Ort, an dem die Welt unterging

(Hildegard Westphal)

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47 Troia:     Schauplatz einer dichterischen Phantasie (Justus Cobet)

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50 Senior Common Room, Oxford:     Dinner zwischen Disziplinen

(Matthias Klatt)

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51 Kiriwina, Papua-Neuguinea:     Verschont die Trobriander! (Jürgen Kaube)

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52 Europäische Südsternwarte, Chile:     Nach den Sternen greifen

(Dirk H. Lorenzen)

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55 Aspen, Colorado:     Gipfelstürme der Physik (Ulrich Schollwöck)

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56 Matterhorn:     Vertikale Pilgerreise (Hilmar Schmundt)

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59 Porthcurno, Cornwall:     Die lange Leitung(Simone Müller)

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61 Deutschland:     Kraftwerk Autobahn (Erhard Schütz)

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Ausgabe 6/2010

63 Päpstliches Geheimarchiv, Vatikan:     43 Kilometer Geschichte (Arne Karsten)

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64 Kriminalmuseum, Graz:     Der praktische Blick am Tatort (Peter Becker)

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65 Charité, Berlin:     theatrum anatomicum (David Wagner)

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70 Moskau 1929:     Das Pantheon der Gehirne (Michael Hagner)

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71 Phoenix, Arizona:     Der kühle Kult der Kryonik (Gundolf S. Freyermuth)

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“Mekkas der Moderne” wurde auch in Österreich als Wissenschaftsbuch des Jahres nominiert. Sie sind herzlich eingeladen, Ihre Stimme abzugeben unter www.wissenschaftsbuch.at

 

Inhaltsverzeichnis von “Mekkas der Moderne”: An 76 Orten um die Welt

In 76 Kapiteln führen bekannte Schriftsteller, Forscher und Journalisten quer durch den Kosmos der globalisierten Wissensgesellschaft.  Über 50 der Kapitel sind “nachgedruckt” und kostenlos online lesbar. Sie laden ein zum Entdecken und Genießen, zum Nachreisen oder Querlesen. Zum Mitdenken, zum Widerspruch und zu der Frage: Was wären denn eigentlich meine ganz persönlichen Mekkas der Moderne?

Mit Beiträgen von Irenäus Eibl-Eibesfeld, Peter Glaser, Steve Wozniak, Harald Lesch, Jürgen Kaube, Ernst Peter Fischer, Ilija Trojanow, Wilfried F. Schoeller, David Wagner, Jakob Strobel y Serra, Uwe Wesel, Michael Rutschky, Gundolf S. Freyermuth und anderen.

Inhalt

I      AUFBRUCH – Meilensteine und Wegweiser

Cape Canaveral, FloridaDas Kap der hohen Hoffnung (Peter Glaser)

Das Goethehaus in WeimarOdyssee am Frauenplan (Harald Lesch, Hilmar Schmundt)

Der Nuvvuagittuq-Grünsteingürte, QuébecFundament der Tiefenzeit(Jürgen Schönstein)

Mona Lisa, Paris: Digitale Bilderverehrung und delegiertes Erleben (Lars Blunck)

GalápagosLabor der Evolution (Irenäus Eibl-Eibesfeldt) ______

Nobelpreiskomitee, StockholmMythos und Narrenspiel (Stephan Maus)

Solferino und CastiglioneDie Geburt des humanitären Völkerrechts(Ulrich Ladurner)

Malo Sa’oloto Tuto’atasi o Samoa: Der Traum vom glücklichen Wilden (Peter Sandmeyer)

Freuds CouchLiege der Lust (Lydia Marinelli)

10 Bologna: Völlerei und Phantasie (Rainer Maria Kiesow)

11 Das Cern bei GenfEine Kathedrale der Physik (Mathias Kläui)

12 British Museum, LondonTempel der Aufklärung (Hilmar Schmundt)

13 Santa Fe Institute, New Mexico: Der hl. Glaube ans Fachübergreifende (Stefan Bornholdt)

14 Die Bibliothek von AlexandriaWissen als politische Macht (Bernd Musa)

15 Google: Der Schlitz (Peter Glaser) Inhaltsverzeichnis von “Mekkas der Moderne”: An 76 Orten um die Welt weiterlesen