Seit 35 Jahren beobachtet der Biologe Amotz Zahavi Wüstenvögel. Seine Hypothesen lösen immer wieder hitzige Debatten in der Biologenzunft aus. Nun will der Professor die Zellforschung aufmischen.

Hilmar Schmundt

(Aus: Bild der Wissenschaft, 1/2008, S. 30ff. )

er rumpelt mit seinem Geländewagen durch die Schlaglöcher der staubigen Piste und sucht nach seinen alten Bekannten. „Da hinten beginnen die Minenfelder“, sagt er und biegt ab. Grau dämmert der Morgen über dem Araba-Tal. Vier Stunden ist Amotz Zahavi durch die Nacht gefahren, von Tel Aviv aus, der lärmigen Partymetropole am Mittelmeer. Nun ist er am Ziel. Es ist bitterkalt in der Wüste, zwischen dornigen Akaziensträuchern, Staub und Sandsteinfelsen, im Niemandsland südlich des Toten Meeres, direkt an der Grenze zu Jordanien. Dennoch kurbelt er die Scheibe herunter. Und beginnt zu pfeifen, immer denselben Ton, immer wieder. Keine Antwort. Zahavi späht hinüber zu den Büschen: nichts. Langsam fährt er weiter, die ganze Zeit pfeifend. Dann plötzlich eine Antwort, ein leises Zwitschern und Murmeln aus einer Akazie. Der Forscher steigt schnaufend aus, eine massige Erscheinung, mit zerfurchtem Gesicht, starken Augenbrauen und weißer Mähne. In einem Bibelfilm wäre er eine gute Besetzung für einen Propheten. Amotz Zahavi, emeritierter Biologieprofessor aus Tel Aviv, wird 80.

Patpuv und Caschtaz begrüßen ihn lebhaft. Zahavi kennt die Brüder schon lange, ebenso wie ihre Eltern und Großeltern. Als der Vater starb, waren die beiden Söhne plötzlich auf sich allein gestellt. Doch obwohl noch halbwüchsig, fanden sie schnell eine Gefährtin und lebten von da an zu dritt. Als Nachwuchs kam, zogen sie ihn gemeinsam auf – eine Mutter und zwei Väter, als sei das selbstverständlich. Hunderte solcher Geschichten kann Zahavi erzählen über „seine“ Vögel: Graudrosslinge, amselgroße Singvögel, die in Gruppen von bis zu 20 Tieren leben, mit kompliziertem Familienleben und ausgeprägtem Mitteilungsdrang. Auf Englisch heißen sie „Arabian Babbler“ – arabische Schwätzer. Auf Deutsch nennt man sie bisweilen „Lärmdrosseln“.

Als Grundlage für seine Theorien belauscht Zahavi gerne Unterhaltungen – nicht in den Strandbars von Tel Aviv, sondern hier in der Einöde. Seine Informanten sind Tiere aus rund 30 Drosslinggruppen, verteilt auf etwa 50 Quadratkilometer. Alle Vögel sind beringt und lassen sich beobachten wie im Labor, weil sie nicht menschenscheu sind. Zahavis Vögel seien eine der bestdokumentierten Populationen weltweit, schwärmt der Berliner Vogelstimmen-Spezialist Dietmar Todt. Die Einsichten, die Zahavi in der Wüste gewinnt, verblüffen und spalten die Biologenzunft seit über 30 Jahren. Fast jeder Biologe ist mit Zahavis Theorien vertraut. Doch kaum jemand kam bislang auf die Idee, den Vogelbeobachter selbst bei der Arbeit zu beobachten. Patpuv, Caschtaz und das Weibchen, das noch keinen Namen von Zahavi bekommen hat, sitzen auf einem Ast und schmiegen sich eng aneinander. Dann machen sie ihren „Morgentanz“, turnen im Staub umeinander und übereinander – ein Bild perfekter Harmonie, könnte ein Romantiker denken oder ein Verhaltensbiologe alter Schule. „Unsinn“, sagt Zahavi und schnaubt zufrieden. „Vögel hassen es, dicht beieinander zu hocken. Aber sie tun es, um gegenseitig die Leidensfähigkeit zu testen.“ Tatsächlich halten die meisten Vögel Abstand voneinander. Stare zum Beispiel sitzen auf Überlandleitungen mit einer bestimmten Distanz, wie Noten auf einer Notenlinie, um einander beim Auffliegen nicht mit den Flügeln in die Quere zu kommen. „Doch das Leben in der Wüste ist gefährlich, hier gibt es Schlangen, Falken und Wildkatzen“, sagt Zahavi. „Deshalb testet jeder Graudrossling morgens, ob er sich darauf verlassen kann, dass die anderen bei ihm bleiben, falls er angegriffen wird.“

Zahavi ist ein Meister der Paradoxie. Er liebt es, naheliegende Erklärungen auf den Kopf zu stellen: Wo andere Aufopferung sehen, unterstellt er Eigennutz. Sehen Kollegen Zwist, erkennt er Liebeslist. Gerade zum Beispiel hackt ein männlicher Graudrossling auf dem Weibchen seiner Wahl herum – nicht etwa, weil er übermäßig aggressiv wäre, wie man früher vermutete, sondern im Gegenteil, meint Zahavi: „Er will testen, ob ihre Absichten ernsthaft sind, er erzwingt einen Liebesbeweis.“ Frei nach dem Motto: Liebe ist, wenn sie trotzdem bleibt. Er zieht ein Plastikdöschen aus der Tasche und nimmt einen Mehlwurm heraus. „Was ich hier erlebe“, sagt er, „sind Soap Operas, Shakespeare’sche Dramen, biblische Legenden.“ Schon schnappt sich ein Vogel die Morgengabe – und „schenkt“ sie prompt einem anderen. Die rührende Geste ist für Zahavi eine Schlüsselszene im großen Überlebenskampf: Wie, so lautet ein vertracktes Rätsel der Evolutionslehre, kann in einem Kampf, in dem jeder nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist, Altruismus entstehen? Irgendwann ist dem Biologen aufgefallen: Wer füttert, tut dies demonstrativ, mit lautem Gepfeife, damit es ja alle mitbekommen. Oft balgen sich die Graudrosslinge regelrecht darum, füttern zu dürfen. Wenn ein rangniederes Männchen sich anmaßt, ein ranghöheres zu beschenken, führt das oft zu blutigen Kämpfen – manchmal bis zum Tod des Wohltäters.

Erbittert gekämpft wird auch um die Ehre, ganz oben im Baum Wache zu halten, während die anderen am Boden Nahrung suchen – eine Aufgabe, die nicht nur gefährlich ist, sondern auch von der Futtersuche abhält. Desgleichen die Nachwuchspflege: Auch an diesem Morgen stehen erwachsene Vögel regelrecht Schlange, um ein Jungtier füttern zu dürfen, obwohl es längst satt ist. Zahavis Erklärung, die ihn inzwischen unter den Biologen und Verhaltensforschern weltberühmt gemacht hat: das von ihm so getaufte „Handicap-Prinzip“. Es besagt: Je mehr Schwierigkeiten ein Artgenosse auf sich nehmen kann, ohne daran zugrunde zu gehen, desto mehr steigt sein Prestige. Zahavi vergleicht dies mit guten Schachspielern, die auch ohne Dame eine Partie gewinnen, oder mit Golfspielern, die dem unterlegenen Gegner mehr Schläge zubilligen und dann besonders stolz sind auf dieses „Handicap“. Auch der Pfau schlägt laut Zahavi sein Rad gerade deshalb, weil es so unglaublich hinderlich ist. Denn wer trotz solcher Eskapaden überlebt, beweist, was für ein Überflieger er ist. Der scheinbare Altruismus gleiche einem Handicap, mit dem ein Tier seine Attraktivität für das andere Geschlecht steigert – und deshalb mehr Nachkommen in die Welt setzen kann.

Zahavi steht geduldig vor dem Dornbusch und kritzelt Notizen in einen kleinen Block, aufmerksam wie ein Theaterkritiker. In einer Drosslingfamilie erkennt er die ganze Welt. Schon der kleine Amotz liebte es, Vögel zu beobachten, bevor er überhaupt laufen konnte, erzählt seine Mutter. Nach der Schule studierte er in Israel Biologie und ging Anfang der Fünfzigerjahre nach Oxford, ans Institut von Nikolaas Tinbergen, zu dessen illustren Schülern unter anderem der bekannte Biologe Richard Dawkins zählt. Zahavi befand sich damit im Zentrum der damaligen Biologen-Elite. Tinbergen gilt als einer der Mitbegründer der Verhaltensbiologie. Er bekam 1973 gemeinsam mit Konrad Lorenz und Karl von Frisch den Nobelpreis. Dieser Männerzirkel funktionierte als perfektes Netzwerk, in das man sich als Juniorpartner kooperativ hätte einpassen können, auch in dessen Lehrmeinungen.

Eine Zumutung für einen Starrkopf wie Zahavi. Er kehrte nach Israel zurück und heiratete die sechs Jahre ältere Pflanzenphysiologin Avishag Kadman. 15 Jahre lang baute er gemeinsam mit Freunden die Naturschutzorganisation Society for the Protection of Nature in Israel (SPNI) auf und leitete sie jahrelang. Für seine Verdienste als Ökologe wurde ihm die Israel-Medaille verliehen, die höchste Auszeichnung des Staates. Doch seine akademische Karriere schien beendet. Während Zahavi die SPNI aufbaute, setzten sich in der Verhaltensbiologie neue Methoden durch. Mathematik, Spieltheorie und Genetik stellten viele Gewissheiten infrage. Im Zentrum der Auseinandersetzung stand die uralte Frage: Wie passen Altruismus und Evolution zusammen? Bereits Darwin hatte – bei Insekten – den Altruismus als „besondere Schwierigkeit“ beschrieben, die „fatal werden könnte für die ganze Theorie“. Auch 100 Jahre später war das Problem aktuell – und ideologisch aufgeladen: Während einigen die Aufopferung im Tierreich als Vorbild für die Kooperation beim Menschen galt, erkannten andere darin nur die Fortsetzung des Überlebenskampfes mit subtilen Mitteln. Diese Kontroverse zog Zahavi wie magisch an, der nun, Anfang der Siebzigerjahre, doch noch promovierte – mit über 40 Jahren. Er ging erneut nach Oxford, für nur ein Jahr. Und brachte von dort vor allem eines mit: einen fruchtbaren Streit mit Vero Wynne-Edwards, einem der Gründer der wissenschaftlichen Ökologie. Wynne-Edwards gilt als Vater des Modells der „Gruppenselektion“ – der Vorstellung, dass die Evolution nicht wie in der „Individualselektion“ nur auf einzelne Individuen wirkt, sondern auf ganze Gruppen. Wenn eine Gruppe gut zusammenhält, und alle darin „nett zueinander“ sind, so die Theorie, dann bekommt jedes Individuum, egal ob schwach oder stark, einen Überlebens- und Fortpflanzungsvorteil. Zahavi glaubte nicht ans „Survival of the nicest“ („Überleben der Nettesten“) – er hielt diese Vorstellung für romantische Gefühlsduselei. Und machte sich daran, sie als solche zu entlarven. Als er 1975 sein Buch „The Handicap Principle“ vorstellte, wurde es zunächst von vielen Biologen in der Luft zerrissen, erzählt er – mit Stolz in der Stimme: viel Feind, viel Ehr’. „Ein Prinzip mit einem Handicap“, höhnten Kollegen, und: „Wer braucht schon Daten, wenn es Metaphern tun?“. Auch der Biologe Richard Dawkins mokierte sich in seinem Bestseller „Das Egoistische Gen“ über Zahavis Buch: „Selbst Theorien von fast grenzenloser Verrücktheit können anscheinend nicht mehr einfach mit dem gesunden Menschenverstand widerlegt werden.“ Zahavi ging auf die 50 zu und war ein kompletter Außenseiter. Er hatte keine Chance. Und er nutzte sie.

Das Laienpublikum war von seinem streitbaren, lebensprallen Buch begeistert – und die Fachwelt schockiert. Stilistisch lässt es alle akademischen Alarmglocken schrillen: gestützt auf Anekdoten und unbelegte Hypothesen, weitgehend frei von Formeln und Statistiken, verziert mit Zeichnungen von putzigen Tieren. In der Argumentation geht es drunter und drüber, als Beispiele für prestigeträchtige Handicaps muss der Genuss von schädlichem Alkohol ebenso herhalten wie die Zeitvergeudung mit Musik oder Literatur. Der Grundgedanke ist immer derselbe: Wer es sich leisten kann, vor aller Augen seine Energie zu verschwenden, wird von Feinden gemieden und von Artgenossen respektiert und begehrt. Die Voraussetzung dafür: „Das Signal muss verlässlich sein“, so Zahavi. „Es fordert also vom Sender einen Preis, der zu hoch ist, als dass ein Betrüger ihn zahlen könnte.“ Für ein Werk, das selbst den generösesten Altruismus noch als egoistisch entlarvt, war die Entstehungsgeschichte erstaunlich kollaborativ – ein Familienunternehmen. Das Buch verfasste Zahavi gemeinsam mit seiner Frau Avishag, damals Professorin für Pflanzenphysiologie. Ihr fiel immer wieder die Rolle der Advocata Diaboli zu, wenn sie allzu leichtfertige Spekulationen ihres Mannes durch kritische Fragen bremste. Das Buch wurde angereichert mit Beobachtungen ihrer Tochter Tirza, ebenfalls einer Botanikerin, und ins Englische übersetzt von der gemeinsamen Tochter Naama und deren Mann. Unbeirrt verbrachte Zahavi weiter seine Wochenenden in der Wüste, jahrelang, jahrzehntelang. Und siehe da: Mit der Zeit schlugen sich immer mehr Wissenschaftler auf seine Seite. Verhaltensforscher lieferten neue Beispiele und Spieltheoretiker sowie Mathematiker neue Modelle, die den Widerborstigen bestätigten. Und wer heute das Wort „Handicap-Prinzip“ nicht in den Mund nehmen will, sagt stattdessen „costly signalling“ („teure Signale geben“), was auf dasselbe hinausläuft.

Doch zu viel Harmonie ist Zahavi gar nicht recht – im Gegenteil. Seine Dickköpfigkeit sorgt immer wieder für Aufsehen. „Ich saß 1990 bei einem internationalen Kongress in Uppsala neben Amotz Zahavi“, erinnert sich der texanische Biologe Michael Ryan. Plötzlich geschah etwas Erstaunliches: Der große John Maynard Smith, einer der führenden Evolutionsbiologen, entschuldigte sich öffentlich für seine anfänglichen Einwände gegen das Handicap-Prinzip. Er hielt sogar eine flammende Rede für die Theorie seines ehemaligen Gegenspielers und schlug lediglich bescheiden ein paar kleine Verbesserungen vor. Woraufhin Zahavi das Wort ergriff und mit einer noch größeren Überraschung aufwartete: „Er wies jede Veränderung genauso enthusiastisch zurück“, so Ryan. Zahavis Umgangsformen findet er gleichzeitig entrüstend und charmant, anregend und frustrierend. So geht es vielen Kollegen. Der Mann ist ein Außenseiter – inhaltlich, stilistisch, geografisch. Und er genießt diese Rolle. „Die Peripherie hat Vorteile“, sagt Zahavi. „Wäre ich in Oxford geblieben, wäre es durch den ständigen Kontakt mit der Lehrmeinung viel schwerer gewesen, meinen eigenen Beobachtungen zu vertrauen. Aber zum Glück lebe ich in einem entlegenen Winkel der Welt.“

Das Handicap-Prinzip verspricht, bislang unerklärliche Phänomene schlüssig zu erklären. Doch genau in dieser Geschlossenheit liegt eine große Gefahr. Für jeden klassischen Überlebensvorteil wie Größe, Stärke, Schnelligkeit könnte die klassische Darwin’sche Fitness als Begründung herhalten, für jeden scheinbaren Nachteil dagegen das Zahavi’sche Handicap. Alles ließe sich so erklären – und somit nichts. Die Evolutionslehre wäre der Beliebigkeit preisgegeben. Wenn Zahavi recht hätte, würden alle Vögel mit dem Rücken zum Boden fliegen, um einander zu beweisen, wie toll sie fliegen könnten, wenn sie es richtig herum täten – so feixte einmal der Evolutionsbiologe Robert Trivers von der amerikanischen Rutgers University. „Aber Vögel fliegen doch wirklich kopfüber“, antwortet Zahavi gern auf diesen Einwand. Dann zählt er allerlei abwegig erscheinende Flugmanöver auf, die seine Graudrosslinge tatsächlich immer wieder ausführen. Wer dem israelischen Biologen folgt, kann sich leicht in einem gefährlichen Niemandsland wiederfinden, in einem Minenfeld aus Zirkelschlüssen und Paradoxien.

Es ist eben eine Theorie mit Handicap, an die sich nur die fittesten Biologen heranwagen sollten. Gegen die drohende Beliebigkeit des Handicap-Prinzips hilft nur der ständige Abgleich mit konkreten Beobachtungen vor Ort. Vielleicht besucht Zahavi auch deshalb seine Graudrosslinge so häufig. Wer einmal gesehen hat, wie ein Vogel den anderen blutig pickt, um ihn füttern zu dürfen, begreift sofort, warum Zahavi nie an den reinen Altruismus im Tierreich glaubte. „Manche finden unser Handicap-Prinzip irgendwie pessimistisch oder zynisch“, sagt Zahavi, „aber ich beschreibe einfach nur, was ich sehe.“ Obwohl er bald 80 wird, denkt Zahavi gar nicht daran, sein Lebenswerk wasserdicht zu machen und zum Beispiel die Gültigkeit seiner Theorie auf einzelne treffende Beispiele wie das der blutigen Fütterungsrituale der Graudrosslinge einzuschränken. Er arbeitet an der Ausweitung seines Reviers: Hartnäckig hat er gemeinsam mit seinen Studenten in Tel Aviv neue Beispiele für das Handicap-Prinzip gesucht – etwa bei der Kommunikation zwischen Hefekulturen oder Schleimpilzen. Als Nächstes möchte er die Kommunikation zwischen Zellen des menschlichen Körpers durch das Handicap-Prinzip erklären. Gerade hat er einen Forschungsantrag zum Thema Hormone eingereicht. „Viele Botenstoffe wie Stickstoffmonoxid oder Steroidhormone sind eigentlich giftig und zellschädigend“, meint Zahavi. „Die Giftigkeit garantiert, dass eine Zelle diesen Signalstoff wirklich nur dann absondert, wenn es unbedingt nötig ist, und wenn sie wirklich dazu in der Lage ist.“ Beweise? Hat er natürlich nicht. Nur seine Intuition. Und die Hinweise, die er von seinen Informanten bekommt: von den Schwätzern im Dornengebüsch. ■
Während eines Israel-Urlaubs begegnete ich Zahavi zufällig beim Besuch einer Forschungsstation in der Wüste. Und nutzte sofort diesen Glücksfall für eine gemeinsame kleine Exkursion in der Morgendämmerung.

  • Herkunft: Geboren 1928 in Petach Tikva, Israel. Nach Auskunft seiner Mutter beobachtet der kleine Amotz Vögel, noch bevor er sprechen oder laufen kann.
  • Größtes Anliegen: Naturschutz. 1953 gründet er die Society for the Protection of Nature in Israel (SPNI). 15 Jahre lang ist er deren Leiter.
  • Akademischer Werdegang: Studium der Biologie, 1954 Master-Abschluss an der Hebräischen Universität Jerusalem. 1970 Promotion, danach Professor für Zoologie an der Universität Tel Aviv.
  • Größter Coup: Gemeinsam mit seiner Ehefrau Avishag Zahavi 1975 Formulierung des „Handicap-Prinzips“. Danach sollen zur Schau getragene Verhaltensweisen oder körperliche Eigenschaften, die für das betreffende Individuum ein Nachteil zu sein scheinen, besondere Fitness darstellen.
  • Hervorstechender Charakterzug: Lustvolle Widerborstigkeit, Außenseiter in allem.
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